"Die Brücke"

Vier junge Dresdner Architekturstudenten :
• Ernst Ludwig Kirchner (1880-1938)
• Erich Heckel (1883-1970 )
• Karl Schmidt-Rottluff (1884-1976)
• Fritz Bleyl (1880-1966), der 1909 wegen Berufswechsels
ausschied, gründeten 1905 die Künstlervereinigung »Die Brücke«, die 1918 durch den Beschluss der Mitglieder wieder aufgelöst wurde.
Ihre Absicht war nach den Worten Ernst Ludwig Kirchners:

» Mit dem Glauben an Entwicklung, an eine neue Generation der Schaffenden wie der Genießenden rufen wir alle Jugend zusammen, und als Jugend, die die Zukunft trägt, wollen wir uns Arm- und Lebensfreiheit verschaffen gegenüber den wohlangesessenen älteren Kräften. Jeder gehört zu uns: der unmittelbar und unverfälscht das wiedergibt, was ihn zum Schaffen drängt.« (1906)

Durch diese unverbindliche Formulierung fanden die bedeutendsten Brücke-Maler einen Gruppenstil, der ähnlich wie bei den Fauves, die Malerei und Grafik des deutschen Expressionismus entscheidend mit prägte. Der Verzicht auf die farbliche Differenzierung und Malkultur, alles zu vereinfachen und große ungeformte Flächen und die Ausschaltung der Perspektive, waren auffallende Merkmale. Auch die Erscheinungswelt möglichst mit subjektiven und spontanen Reaktionen zu malen und zu zeichnen bei willkürlicher Farbgebung und vereinfachender Konturierung, waren Ausdrucksmittel, die ungehemmt eingesetzt wurden. Hinzu kamen Künstler, die kurzzeitig oder peripher die Idee mit ihrer Malerei bereicherten, wie Emil Nolde, Max Pechstein, Otto Müller, Cuno Amiet, Franz Nölke. Der 1.Weltkrieg ließ den Zusammenhalt der Gruppe zerbrechen.
Ihr Beitrag zur Kunst des 20. Jahrhunderts befreite die Kunst von vielen Konventionen und eröffnete ein Bekenntnis zur subjektiv-spontanen Kunstgestaltung.
Im NS-Regime wurde sie verfemt und als entartete Kunst verboten. (H.W. Knorr - 2003)

"Alle biologische, technische, wissenschaftliche Erkenntnis ist wertvoll für meine Arbeit, doch ist mein Verhältnis ein durchaus anderes zu ihr als das des Biologen oder Ingenieurs. Das moderne Licht der Städte, in Verbindung mit der Bewegung der Straßen, gibt mir neue Anregungen. Es breitet sich eine neue Schön­heit über die Welt, die nicht in der Einzelheit des Gegenständlichen liegt. Durch die Schulung an diesem so reichen Problem bekam auch die freie Natur draußen ein anderes Gesicht für mein Auge. . . Aus der Beobachtung der Bewegung kommt mir das gesteigerte Lebensgefühl, das der Ursprung des Kunstwerks ist. Ein in Bewegung befindlicher Körper zeigt mir viele Einzelansichten, diese schmelzen in mir zu einer Gesamtform zusammen, dem inneren Bild. . . Es ist deshalb nicht richtig, meine Bilder mit dem Maßstab der naturgetreuen Richtigkeit zu beurteilen, denn sie sind keine Abbildungen bestimmter Dinge oder Wesen, sondern selbständige Organismen aus Linien, Flächen und Farben, die Naturformen nur soweit enthalten, als sie als Schlüssel zum Verständnis notwendig sind. Meine Bilder sind Gleichnisse, nicht Abbildungen." (Ernst Ludwig Kirchner)


Zitate von Ludwig Kirchner : Propyläen Kunstgeschichte - Bd. 12 - Dokumentation S. 75 - Berlin 1977
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