Aus der Naturbeobachtung heraus
die Natur methodisch,
farblich und formal durch Vereinfachung neu zu gestalten,
ja sogar sie zu überschreiten,
war das zentrale Streben
seiner Kunst.

"Fluss bei der Brücke der drei Quellen"
1906 - Aquarell

Paul Cézanne (1839-1906)
Nicht nur als Vater der modernen Malerei gilt er, vielmehr auch als Pionier der modernen Aquarellmalerei. Die Art und Weise wie er aquarellierte, Farbe modellierte und Farbkontraste darstellte, Farbtöne analytisch ordnete und dadurch zu einem ganz eigenen Form- und Farbklang gelangte, ist beeindruckend, zumal er dabei die sichtbare Wirklichkeit überschritt, um eine Einheit durch Formen und Farben ästhetisch vollendet zum Ausdruck zu bringen. Die Aquarellmalerei war für ihn dazu ein geeignetes Medium. In vielen seiner Werke ist das Streben nach diesem Ideal sichtbar.
Aus der Tradition des Impressionismus kommend, wurde er von der Freilichtmalerei Pissarros angeregt, der ihm das Sehen und Gestalten vor der Natur vermittelte. Allmählich aber überwand Cézanne den Impressionismus und strebte nach einer neuen Form, die aus der Naturbeobachtung zu einem methodisch erarbeiteten Endergebnis führte. Dieses bildnerische Ideal suchte er durch Landschaften, Stillleben und Figurien zu verwirklichen, ohne dabei die Naturbeobachtung zu vernachlässigen.

"Die großen Badenden" - 1896/1906

In Aix-en-Provence wurde Paul Cézanne 1839 geboren. Sein Vater war Hutfabrikant und später ein erfolgreicher Bankier. Was wiederum Cézanne zugute kam, da das Erbe seines Vaters, der 1886 verstarb, von 400000 Francs, ihn und seine notleidende Familie aller finanziellen Nöte enthob.
1858 begann er Jura zu studieren, um aber schon bald wieder in der Bank seines Vaters zu arbeiten. Trotz des Widerstandes seines Vaters Maler zu werden, nahm er an Zeichenkursen teil und bewarb sich 1863 an der Ecole des Beaux-Arts, wurde aber abgewiesen. 1874 nahm er mit an der ersten Ausstellung der Impressionisten teil, doch er wurde verhöhnt und abgelehnt. Er gab an seinem Ideal zu arbeiten nie auf und entwickelte nach und nach seinen eigenen Stil.

"Stillleben mit Äpfeln und Fruchtschale" - 1879/82

"Mont Sainte-Victoire - 1904

Die künstlerische Anerkennung kam durch eine Gesamtausstellung seiner Werke 1895 bei dem Kunsthändler Ambroise Vollard. Aber der Erfolg durch das Publikum war noch zurückhaltend. Emile Zola, sein Jugendfreund, verstarb 1902. Er gehörte zu seinen engsten Freunden und auch wenn diese Freundschaft nicht dauerhaft war, so traf ihn sein Tod doch tief. Stetig wuchs in den letzten Lebensjahren Cézannes öffentliche Anerkennung und er wurde über die Grenzen Frankreichs hinaus bekannt. Er starb 1906 an den Folgen einer Erkältung, die er sich beim Malen auf freiem Feld bei einem Gewitter zuzog.

"Madame Cézanne mit rotem Lehnstuhl" - 1877

 

"Tulpen und Äpfel" - 1890/04

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© Text: H.W. Knorr - 2003.
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