Als Autodidakt und Sonntagsmaler begann er und erst als er etwa 40 Jahre alt war, brach seine geniale Begabung auf.


"Es gibt zwei Arten von Schönheit:
eine, die aus dem Instinkt kommt
und eine, die aus den Studien stammt."
Paul Gauguin

 

"Mädchen aus der Bretagne" - 1889

Paul Gauguin (1848-1903)
1848 wurde er in Paris geboren und schon mit 3 Jahren verlor er seinen Vater und mit 19 seine Mutter. Sein Leben war sehr bewegt, von extremen Schicksalsschlägen, Elend und Nöten geprägt und endete leidvoll. Erst mit ungefähr 35 Jahren entschied er sich dazu sein Leben ganz der Malerei zu widmen Wie ein Besessener strebte er nach einer neuen Kunst, für die er hart kämpfte und einen schmerzlichen Preis zahlen musste.
Mit 16 wurde er Steuermannsjunge und mit 20 trat er in die Kriegsmarine ein. Etwa sechs Jahre war er als Matrose auf See unterwegs und sah viel von der Welt. Mit dem Tod seiner Mutter, 1867, die ein reiches Erbe hinterließ, wurde ihm ein sorgenfreieres Leben ermöglicht. Durch den Einfluss seines Vormundes, des Bankiers Gustav Arosa (ein bedeutender Kunstsammler und Fotograf), bekam Gauguin eine einträgliche Anstellung als Börsenmakler und wurde ein erfolgreicher Börsenspekulant. 1873 heiratete er die Dänin Sophia Grad, die ihm 5 Kinder schenkte.

"Stillleben mit Korb und Messer" - 1901

Seine Liebe zur Kunst vertiefte sich durch den Einfluss seines Freundes E.Schuffenecker, einem elsässischen Maler, der ihm den Weg und das Verständnis zur Kunst ebnete. Er lernte unter anderem die Impressionisten kennen, von denen er einige Werke kaufte. Er nahm Unterricht und widmete sich intensiv dem Malen und Zeichnen. Auch lernte er Camille Pissarro kennen, der ihm Freund, Förderer und Lehrer wurde.1876 stellte er zum ersten Mal im Salon aus und über mehrere Jahr bis 1886 mit den Impressionisten und verkaufte dabei auch einige Gemälde.
1883 war er finanziell durch die Börse ruiniert und sein Leben veränderte sich schlagartig zum existentiellen Nachteil. Er verlor seinen Beruf und musste sich umstellen. Aber sein Entschluss sich endgültig für die Kunst zu entscheiden, reifte heran und er wurde getrieben von der Idee einer neuen Malerei, löste sich vom Impressionismus auf der Suche nach einer Kunstverwirklichung, die sein Leben fortan prägen sollte und in der bretonischen Landschaft fand er erstmals den Weg zu seiner eigenen Malerei.

"Landschaft bei Arles" - 1888

Für ihn war Kunst nicht nur eine Abbildung der Natur, vielmehr eine Abstraktion, bei der man sich seinen Träumen hingeben kann. 1885 trennte er sich von seiner Familie und 1894 endgültig von seiner Frau. Sein Leben verlief ebenso turbulent wie das von van Gogh, den er 1888 auch persönlich kennen lernte, um mit ihm eine Künstlergemeinschaft aufzubauen. Doch schon 2 Monate später trennten sich ihre Wege wieder auf Grund eines Zerwürfnisses. Ihre Lebenseinstellungen und Kunstanschauungen fanden letztendlich doch nicht zueinander. Gauguin verkehrte in den Kreisen der symbolistischen Schriftsteller und Künstler. Er wurde auch als das Oberhaupt neben Emile Bernard gesehen. 1889 nahm er an der Ausstellung der Impressionistischen und Synthetizistischen Gruppe teil, die überzeugend eine neue Stilrichtung demonstrierte.
Er entwickelte für sich eine Richtung, die das Wesentliche in der Malerei hervorhob, auf perspektivische Darstellungen weitgehendst verzichtete, die Formen vereinfachte und reduzierte und eine Farbgebung bevorzugte, die nicht naturalistisch war.


"Reiter am Strand" - 1890

Allmählich erwarb er den Ruf, eine neue Kunst mitgestaltet zu haben. Sein Traum, eine unberührte, ja paradiesische Natur vorzufinden, trieb ihn 1891 nach Tahiti, wo er unter der einheimischen Bevölkerung lebte. Seine Bilder, die er dort malte, wurden in Europa 1893 bei einer Versteigerung abgelehnt, da sie zu bunt und unbeholfen waren. Man konnte mit "affenähnlichen Vierbeinern" nichts anfangen. Krank, vereinsamt und unglücklich verlief sein weiteres Leben, trotz kurzzeitiger Begeisterungs- und Glücksphasen, die er durch seine Malerei und die Beziehung zu der jungen Tehura, die seine Frau wurde, erfuhr. 1898 scheiterte ein Selbstmordversuch. Krank, verarmt, an Syphilis leidend, verstarb Gauguin 1903.
Seine späte Malerei fand fernab der Heimat, am Ende seines Lebens Anerkennung. Heute genießt er den Ruhm eines außergewöhnlichen Künstlers, der wie van Gogh autodidaktisch, die Kunstleiter aufstieg und dabei die Kunst des 20. Jahrhunderts maßgeblich mitprägte.

 

"Landschaft auf Tahiti" - 1892

"Bretonischer Gänsehirt" - 1890

"Arearea" - um 1890

Tahiti war für ihn eine bedeutende Schaffensphase,
die 12 Jahre anhielt, in der er meisterhafte Werke schuf.


© Text: H.W. Knorr - 2003.
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