Durch seine Kunst eine Spiegelung
der wesentlichen Natur wiederzugeben, war seine Intention.

"Ich empfand schon sehr früh den Menschen als häßlich, das Tier schien mir schöner, reiner, aber auch an ihm entdeckte ich so viel Gefühlswidriges und Häßliches, so daß meine Darstellung instinktiv aus einem inneren Zwang immer schematischer, abstrakter wurde. -
Vom Tier weg leitete mich ein Instinkt zum Abstrakten, das mich noch mehr erregte und in dem das Lebensgefühl ganz rein klingt. -
Ich habe auch gar nie das Verlangen, z.B. die Tiere zu malen, wie ich sie sehe, sondern wie sie sind (wie sie selbst die Welt ansehen und ihr Sein fühlen.)"
(aus: Franz Marc -
Briefe, Aufzeichnungen und Aphorismen - 1920)

"Schafe" - 1912

"Rote Rehe II" - 1912

"Rinder" - 1913

Franz Marc (1880-1916), Am 4.3.1916 fiel Marc im 1. Weltkrieg vor Verdun. Vor allem seine Tierbilder werden den Kunstinteressierten in Erinnerung bleiben. Tiere erschienen ihm als rein und unverdorben und er malte sie in expressionistischer Manier. Bis zum Lebensende befasste er sich mit der Darstellung von Tieren, wobei er immer mehr den Weg in die Abstraktion ging, ohne aber die gegenständliche Darstellung konsequent aufzulösen, bis auf einige wenige Bilder. Den endgültigen Schritt zur Abstrakten Malerei vollzog Kandinsky.
Eng verbunden war Franz Marc der Künstlerbewegung "Der blaue Reiter", der er sich im Jahre 1910/11 anschloss und maßgeblich neben Kandinsky, August Macke und Paul Klee die künstlerischen Konzeptionen mitprägte. Geometrische Grundformen bestimmen den kompositorischen Grundaufbau seiner Tierbilder. Mehrere künstlerische Entwicklungsprozesse durchlief er, bis er zu seinem ganz eigenen ausdrucksvollen Malstil heranreifte.
Durch seinen Vater, der ursprünglich Jurist war, aber als Landschaftsmaler tätig war, wurde Franz Marc schon früh mit der Kunst konfrontiert und sie sollte auch sein Leben maßgeblich bestimmen. Die Freilichtmalerei der Impressionisten und ihre hellen Farben begeisterten ihn außerordentlich. Ihm war es immer wichtig, die innere Wahrheit der Dinge aufzudecken und er strebte danach, das Wesentliche sichtbar zu machen. Dafür entfernte er sich allmählich vom Naturalismus (vom reinen Abbild) und vom Impressionismus.
Nach und nach näherte er sich einer ihm wesensgemäßen Bildaussage. Seine Farb- und Formgestaltung löste sich allmählich vom Naturalistischen und entwickelte eine eigene Konzeption. Er reduzierte und vereinfachte die Form und auch die Farben wurden symbolisch, z.B. Blau das geistige und männliche Prinzip, Gelb das weibliche, heitere und sinnliche Prinzip und Rot verkörpert die Materie. Sein unverwechselbarer Stil brachte ihm in den Künstlerkreisen Anerkennung und heute gehört er zu den beliebtesten deutschen Expressionisten.

"Rehe im Wald" - 1913/14

"Kämpfende Formen" - 1914

In diesem Gemälde ist der Gedanke, "das Wesentliche wiederzugeben",
in Form von abstrakter Malerei ausdrucksvoll realisiert worden.

"Akt mit Katze" - 1910

"Kleine Komposition" (Haus mit Bäumen) 1914


© Text: H.W. Knorr - 2003.
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