Der Bleistift als Zeichenmittel
künstlerischer Aussage

Das am häufigsten benutzte Zeichenmittel ist der Bleistift. Jedem ist er geläufig und in allen Lebenslagen und Berufen dient er zum Schreiben und Zeichnen. Der Bleistift, so wie ihn heute jeder in verschiedenen Ausführungen und Härtegraden kennt, hat eine lange Geschichte durchlaufen, bevor er zu einem allgemein gebräuchlichen Zeichenmittel wurde. Davor gab es den Graphitstift, dessen Name sich vom griechischen 'graphein = schreiben, zeichnen' ableitet und aus dem Naturprodukt Graphit besteht, das ein Mineral aus reinem Kohlenstoff ist.
Durch zahlreiche Hinweise ist die historische Verwendung von Graphit überliefert und in manchen mittelalterlichen Handschriften wurde der Graphitstift schon eingesetzt.
In Werken des Jan van Eyck, zu Beginn des 15. Jahrhunderts, fand man Spuren von Graphit in den Vorzeichnungen, aber auch bei Hans Memling wurde seine Verwendung Mitte des 15. Jahrhunderts festgestellt. Auch berichtete der Schweizer Gelehrte Konrad Gesner um 1565 vom Gebrauch dieses Stiftes. In England fanden ebenfalls schon um 1500 Stifte aus Naturgraphit Verwendung. Vornehmlich zum Schreibgebrauch wurde der damals teure Graphitstift benutzt.
Der Bleistift, der tatsächlich nichts mit dem Metall Blei zu tun hat, obwohl seine Namensbezeichnung darauf hinweist, wurde 1795 vom angesehenen Pariser Mechaniker Jacques Louis Conté (1755-1805)

rfunden. Er entdeckte die Wirkung aus einer Mischung von pulverisiertem und gereinigten Graphit mit geschlämmtem Ton. Ein ideales Zeichen- und Schreibgerät wurde daraus entwickelt, das in der Qualität von Hell und Dunkel erstaunliche Ausdrucksfähigkeiten besitzt.
In kürzester Zeit verbreitete sich der patentierte Stift (Conte-crayon) zu einem beliebten Zeichnstift, der auf Grund seiner Vielseitigkeit und zeichnerischen Ausdruckskraft bevorzugt wurde. Kreide und Rötel erreichten vergleichsweise nicht diese Qualität der feinen Linienkunst. Sowohl feinste malerische als auch lineare Zeichengebilde sind damit darstellbar. Er weist Vorzüge auf, die vielseitig sind. Vor allem im 19. Jahrhundert, speziell in der Romantik, wurde er sehr häufig verwendet und die Bleistiftspitze konnte nicht spitz genug sein, um die feinen Linenzüge, besonders in Landschaftsskizzen und Naturstudien zum Ausdruck zu bringen. Häufig wurden sie auch nachträglich koloriert. Seitdem die Zeichnung als autonomes Kunstwerk anerkannt wurde, ist besonders der Bleistift zu einem wichtigen künstlerischen Zeichenmittel avanciert.
Ebenso erlaubt eine spontane und sachliche Arbeitsweise die Verwendung des Bleistiftes in allen Kunststilen und aus dem Alltagsleben ist er heute nicht mehr wegzudenken.

©  H.W. Knorr - 2004

© Text: H.W. Knorr - Mönchengladbach - 2001
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