Eine kritische Anmerkung zur heutigen Kunst

Wir leben in einer Zeit, in der noch nie so vielfältige Aspekte künstlerischen Gestaltens offenbart wurden. Scheinbar ist heute alles machbar, was vorstellbar ist und die Fragen nach Schönheit, Harmonie, Hässlichkeit, Dekadenz, Kitsch, Kommerz, Absurdität werden immer seltener gestellt.
"Alles ist erlaubt, was gefällt", scheint die heutige Maxime zu sein, Hauptsache es unterhält, belustigt oder entrüstet die Gemüter. Die Kunst ist zum Jahrmarkt degradiert worden, für viele eine Freizeitbeschäftigung mit entsprechendem Profilwert oder eine Unterhaltungsbranche der Spaßgesellschaft.
Es sieht fast so aus, als hätten sich die meisten ernsthaften Künstler enttäuscht zurückgezogen und das Feld vielen Scharlatanen und Möchtegerns überlassen, die sich gegenseitig neidisch beäugeln und profilsüchtig um die Gunst der Öffentlichkeit buhlen und mit großen Geldsummen Kunst verkaufen. Vielfältigste und absurdeste Spielarten hat der Umgang mit Kunst angenommen und kaum jemand wagt es, das Theater um Kunst zu hinterfragen, anzuzweifeln oder zu kritisieren. Mittlerweile ist die heutige Spaßgesellschaft in ihren Auswüchsen so weit fortgeschritten, dass sie weitgehendst Kultur und Politik mit ihren Gesetzen unterwandert hat und vielfach die Lebensqualität und Bewusstseinshaltung vieler Menschen bestimmt. Die Kunst scheint hierbei in vielerlei Hinsicht der Doktrin der Spaßgesellschaft verfallen zu sein. "Kunst soll Spaß machen", ist ein allgemein verbreitetes Motto und es ist in heutigen 'Gesellschaftskreisen' chick, zu installieren, zu kreieren, zu innovieren, den Pinsel aus einem Spaßbedürfnis heraus zu schwingen, ohne zu wissen, was Kunst ist, geschweige denn, wie man sie praktiziert.
"Kunst dem Volke", sicherlich ein Aufruf, der heute noch genauso bedeutsam ist wie früher, als das Volk die Kunst noch bewunderte und kaum Zugang zu ihr hatte. Zu bezweifeln ist, dass die Kunst tatsächlich heute beim Volk ist, oder ob nicht nur der "Spaßfaktor Kunst" dem Volke vermittelt wurde und die ernsthafte Kunst sich längst von Öffentlichkeitsschaubuden zurückgezogen hat. Wo ist sie geblieben, die Kunst, die noch in der Klassischen Moderne Inhalte, Ideale und Werte vermittelte? Der Verfall der Kunst scheint voranzuschreiten und natürlich werden sich all diejenigen über solcherlei Gedanken empören, die dem absurden Kunsttheater wohlwollend gesinnt sind, selbst zu Lustobjekten der Spaßgesellschaft geworden sind, sich kaum mit guter Kunst beschäftigt haben, oder weil es ihnen schlichtweg an ästhetischen Werten fehlt.

Der Intellekt, der sich mit Kunst befasst, ist noch lange kein Künstler, genauso wenig derjenige, der sich mit sogenan26.02.2012uml;nstlerischen Geschmack zu besitzen.
Welcher Sinn oder Unsinn versteckt sich nun dahinter und wohin wird uns die Kunst-Zeitma26.02.2012ich vorrangig die gegenwärtige kommerzielle Kunst fast ausschließlich in einer Abkehr von Idealen, Inhalten und Werten bewegt und vielfach entweder aus Instinkten und Trieben um seiner selbst willen oder aus einer Intellektualisierung hervorgebracht wird. Die Kunstkurve ist abwärts gerichtet und es bleibt abzuwarten, wann sie sich vom Abwärtstrend befreit. Die Kunstgeschichte weist nach, dass es immer wieder Höhepunkte und Tiefstpunkte in den Kunstentwicklungen gab. Mag nun jeder selbst beurteilen, welche Kunstart ihm gefällt oder nicht gefällt, er kulturell mit &qu26.02.2012;cherlich und unbedeutend abwertet .
Jeder Zeit ihre Kunst. Irgendwie ist Kunst auch immer ein Spiegelbild der Gesellschaft gewesen und reflektiert das kulturelle Gedankengut von Künstlern und Gesellschaft wieder. Je pluralistischer das kulturelle Gedankengut einer Gesellschaft ist, um so pluralistischer sind auch die künstlerischen Ausdrucksarten. Der Wert oder Unwert der Kunst ist demnach auch eine Reflexion des Gedankengutes der jeweiligen Gesellschaft. Ausnahmen bestätigen im Allgemeinen die Regel. Die Kunst wird immer mehr zu einem Multi-Kulti-Spektakel der Spaß-Gesellschaft, entleert von Inhalten und Botschaften und dekoriert mit Oberflächlichkeit, Dekadenz und Absurditäten. Wer weiß, vielleicht ist in der gegenwärtigen Entwicklung der Kunst ein Umbruch zu sehen, der neue Werte, Inhalte und Botschaften zum Ausdruck bringen wird, denn in jedem Niedergang steckt auch ein Neuanfang. Eine abgeklärte Kunst bedarf der Künstler, die auch ein entwickeltes Kunstbewusstsein repräsentieren. Tiefgründige Kunst ist immer aus der Unabhängigkeit von gesellschaftlichen Forderungen entstanden, die sich weder an Ruhm und Ehre noch an Profit und Profilbestrebungen orientierten. Wenn Kunst sich nur kommerziellen Aspekten anpasst, ist sie zur Oberflächlichkeit bestimmt, die unter Umständen mehr vorgibt als sie ist............................

©  H.W. Knorr - 2001



© Text: H.W. Knorr - Mönchengladbach - 2001
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