Kurze Betrachtung zu den bedeutendsten europäischen Kunstströmungen

Jede Epoche hat in der Geschichte der Menschheit eine eigene lebendige Kultur geschaffen, die sich durch ihre besonderen Merkmale kennzeichnet.
Vor ungefähr 500 Jahren wurde in der Kunstgeschichte die Renaissance geboren, geprägt durch Werte und Ideale der Antike. Sie idealisierte die Schönheit, vervollkommnete die Maße (Goldener Schnitt), perfektionierte die räumliche (Perspektive) und bildliche Darstellung (Kompositionslehre).
Bis in die Neuzeit prägten die Ideale der Antike und Renaissance entscheidend Kultur, Kunst, Wissenschaft und Technik. Sie formte den Künstler zum homo universalis. Die Kunst der Renaissance war vorging eine Kunst der Religion, Frömmigkeit und Anbetung, sowohl in Malerei, Bildhauerei und Architektur. Im Vergleich dazu repräsentierte die barocke Kunst Weltlichkeit, Leben und Verspieltheit, eingebettet in Lichtkaskaden. Der Klassizismus wurde dagegen wieder maßvoll, streng, berechnend, mit klarer Liniengestaltung und schlicht. Die Romantik offenbarte neue Ideale (Pantheismus), wobei die Natur (Naturalismus) der Mittelpunkt des künstlerischen Schaffens wurde. Sie eröffnete neue Wege zu neuen Ausdrucksformen in der Landschaftsmalerei. Der Impressionismus befasste sich vorrangig mit dem Spiel des Lichtes in der Natur und entwickelte daraus eine eigene Farbpalette und Maltechnik. Der Expressionismus machte den Menschen und das Wesentliche der Dinge zum psychologischen Mittelpunkt, indem er die Charakteristik des Essentiellen durch eine kräftige, eigenwillige, subjektive Farbpalette und Malweise darstellte. Seit der Geburt des Expressionismus wechselte die Kunstbühne ihre Kunststile in raschen Zyklen.
Heutzutage ist fast alles machbar, was gefällt. Die Grenzen der künstlerischen Gestaltung sind in jeder Hinsicht gesprengt und erweitert worden. Es drängt sich der Eindruck auf, dass fieberhaft alle alten Werte und Ideale abgelehnt werden und wie in einem Rausch alles erlaubt ist zu schaffen, was angeblich neu, sensationell und kommerziell ist. Viele Kunststile wetteifern miteinander. Einen einheitlichen gibt es nicht mehr, vielmehr Kunstströmungen und Tendenzen, die sich in rascher und schnelllebiger Beliebigkeit ablösen.

Einige Beispiele: Fauvismus, Futurismus, Nabismus, Kubismus, Dadaismus, Surrealismus, Realismus, abstrakte Malerei, Op-Art, Pop-Art, Installationen, Performance, usw. und die vielen nicht genannten zeitgenössischen Strömungen.
Vielleicht werden in der Zukunft für die Kunstgeschichte des 20. Jahrhunderts Begriffe wie Moderne, Postmoderne, Life-Stile, Eklektizismus oder andere Bezeichnungen im Gedächtnis haften bleiben. Jedenfalls spiegeln sie Zeitströmungen einer sc26.02.2012 die Kunst des 15. - 19. Jahrhunderts vorherrschend eine Kunst der Werte, Ideale und des Lichtes war, ist die Kunst des 20. Jahrhunderts vorherrschen26.02.2012e -->ls, des Neubeginns, der Innovationen und auch der Neuorientierung. (Aber wohin?) Das 20. Jahrhundert repräsentiert sich als eine pluralistische Kunstentwicklung in der fast alles möglich war.
Wohin wird uns die Reise der Kunst in Zukunft führen?
Welche Bedeutung hat sie gegenwärtig und zukünftig für die Gesellschaft und für den Einzelnen?
Was sie in der Vergangenheit bewirkt hat, dürfte nachvollziehbar sein. Was sie gegenwärtig bewirkt, außer dass sie kommerziell, unterhaltend, innovativ und vielleicht pädagogi26.02.2012nd Ideale hat Kunst uns heute tatsächlich noch zu bieten? Fragen, die nicht unwesentlich für diejenigen sind, die noch an Werte, Ideale und tiefergehende Aspekte der Kunst glauben.
Wir leben heute in einer Kunstepoche, die ihresgleichen in der Geschichte sucht. Sie wird mehr denn je durch Technologie und Wirtschaft geprägt und bestimmt. Natürlich gibt es im Verborgenen auch Kunstströmungen, die ihre eigenen Wege gehen und auf dem großen Jahrmarkt der Pseudokünste seltenst anzutreffen sind. Aber was sind letztendlich Pseudokünste? Welche Künste werden im großen Buch der Geschichte in Zukunft bestand haben? Die vollständige Kunstgeschichte des 20. Jahrh. wird erst dann Gültigkeit haben, wenn ein unbefangener Standpunkt eingenommen werden kann und das können nur die Generationen nach uns ermöglichen.
©  H.W. Knorr - 2001

© Text: H.W. Knorr - Mönchengladbach - 2001
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